Aktuelles / News

Dienstag, 6. Dezember 2011

XertifiX erarbeitet Europäischen “Common Code”

XertifiX arbeitet derzeit gemeinsam mit anderen europäischen Initiativen im Natursteinbereich unter Moderation der GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) an einem “Common Code” für die Kontrolle von Steinbrüchen und Naturstein-Produktionsstätten. Bundestagsabgeordneter Peter Weiß sagte bei der letzten XertifiX-Vorstandssitzung hierzu, “es ist das große Verdienst von XertifiX, dies durch seine pionierhafte Arbeit in Indien angestoßen zu haben.” Jetzt gehe es darum, das erfolgreiche Konzept der Bekämpfung der Kinderarbeit durch unangekündigte Kontrollen im Dialog mit anderen auf eine europäische Basis zu stellen.


Dienstag, 6. Dezember 2011

Sprung nach Vorne

XertifiX wird weiterentwickelt.

Die Kernkompetenz von XertifiX ist die wirksame Bekämpfung der Kinderarbeit in indischen Steinbrüchen. Darin besteht in Indien der größte Bedarf, und dies wird weiterhin durch unangekündigte Kontrollen durch unsere Inspektoren erreicht.

Darauf aufbauend hat der XertifiX-Vorstand bei seiner Sitzung am 01. Dezember in Berlin beschlossen, durch Workshops und konkrete Anleitungen dabei zu helfen, dass sich auch die Arbeitsbedingungen für die erwachsenen Arbeiter in Steinbrüchen und Produktionsstätten schrittweise effektiv verbessern. “Jeder, der Indien besser kennt, weiß, dass dies ein mühsamer und langwieriger Prozess ist. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass häufig nur kleine Anstöße vonnöten sind. Die Inder können sich durchaus selbst helfen, indem sie eigene Konzepte entwickeln.” sagte die XertifiX-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock. Im kommenden Jahr wolle sie sich selbst ein Bild vor Ort in den Steinbrüchen machen, um zu sehen, wie gut die Maßnahmen greifen, so die DGB-Vizevorsitzende weiter.


Freitag, 2. Dezember 2011

Faire Beschaffung leicht gemacht

Auf unserer Webseite haben wir neu eine Sektion zur öffentlichen Beschaffung eingerichtet. Dort sind unter anderem ein Formulierungsvorschlag für die Berücksichtigung sozialer Belange zusammengestellt (Beispiel: Stadt München), ein Link zum Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkung, ein Link auf die Webseite “Aktiv gegen Kinderarbeit” (wo man weitere Beispiele für konkrete Umsetzungen in der fairen Beschaffung findet), sowie Links zu Leitfäden für Kommunen. Ein Grundproblem der fairen Beschaffung bleibt die Akzeptanz von Selbsterklärungen der Händler, die nach wie vor eine verbreitete Alternative zu unabhängigen Kontrollen darstellen.


Freitag, 25. November 2011

Soziales Netzwerken und Newsletter

Auf der unserer Webseite gibt es seit heute die Möglichkeit, einzelne Beiträge oder Seiten dem Freundes- und Bekanntenkreis bei sozialen Netzwerken weiterzuempfehlen. Wir freuen uns, wenn Sie von dieser Möglichkeit ausgiebig Gebrauch machen.

Zudem werden wir in regelmäßigen Abständen einen Newsletter versenden. Wenn Sie diesen erhalten möchten, können Sie sich rechts auf dieser Seite dafür eintragen.


Freitag, 18. November 2011

SPD-Fraktion: Keine Natursteine aus Kinderarbeit

Anlässlich des Weltkindertags am 20. November 2011 fordert die SPD-Fraktion, dass Natursteine aus Kinderarbeit wirksam verhindert werden, und unterstützt alle Maßnahmen hierzu. Dazu gehört eine Sorgfaltspflicht, die auch alle Zulieferbetriebe und Steinbrüche mit einbezieht. “Oeffentliche Auftraggeber sollten ihr wirtschaftliches Potential nutzen und routinemaessig einen Nachweis ueber die Herkunft der Materialien und die Produktionsbedingungen verlangen. Eine Standardklausel in den Ausschreibungen, die ILO-Kernarbeitsnormen einzuhalten, reicht nicht aus.”

Das Urteil des Bayerischen Verfassungsgerichts, welches sich auf ein Verbot von Grabsteinen aus Kinderarbeit bezieht, kann daher auch als ein positives Signal für alle öffentlichen Beschaffer verstanden werden, die sich gegen den Handel und Verkauf von Produkten aus Kinderarbeit einsetzen.

Siehe auch: Pressemitteilung


Dienstag, 8. November 2011

Arbeitsheft: Mit gutem Gewissen ewig ruhen

Das Haus kirchlicher Dienste der ev.-luth. Landeskirche Hannover hat ein Arbeitsheft zum Thema Grabsteine und würdige Bestattung herausgegeben. Neben Infos zur Kinderarbeit in indischen Steinbrüchen findet man darin Anregungen zum Wandel der Friedhofskultur oder auch konkrete Vorlagen für Gemeindeveranstaltungen oder Gemeindebriefartikel.

Siehe: Mit gutem Gewissen ewig ruhen!?


Dienstag, 25. Oktober 2011

Essay: Zur Zukunft der Bestattungs- und Friedhofskultur

Die christlichen Religionen spielen heute nicht mehr die Rolle in der Gesellschaft, wie es noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Alternative Bestattungsformen werden zunehmend genutzt. Ein Wandel ist auch bezüglich des Angebots und der Preise von Grabsteinen zu beobachten. Seit den 1990er Jahren hat in Deutschland die Verbreitung von Grabsteinen aus Indien und China deutlich zugenommen. Neben den Grabsteinen aus Übersee gibt es mittlerweile auch Grabmale aus ganz anderen Materialien, zum Beispiel aus Holz. Diese und andere Faktoren haben zu einem Wandel unseres Bestattungswesens geführt. Der Essay zur Zukunft der Bestattungs- und Friedhofskultur setzt sich kritisch mit diesen Entwicklungen auseinander.


Donnerstag, 20. Oktober 2011

Grabsteine aus Kinderarbeit: Juristische Urteile und Politik

Da es zum Thema Grabsteine aus Kinderarbeit mittlerweile einige juristische Urteile und politische Entscheidungen gibt, haben wir diese zur besseren Orientierung auf einer Seite zusammengestellt: Politik zu Grabsteinen


Montag, 17. Oktober 2011

Bayerisches Verfassungsgericht kippt Verwaltungsgerichtsurteil

Aufhebung des Urteils, das Gemeinden untersagt,
das Aufstellen von Grabsteinen aus Kinderarbeit zu verbieten

Am 27. Juli 2009 hatte das Bayerische Verwaltungsgericht entschieden, dass die Kommunen das Aufstellen von Grabsteinen aus Kinderarbeit nicht verbieten dürfen.

Das Verfassungsgericht hat nun am 07. Oktober 2011 entschieden, dass solche Vorschriften sehr wohl innerhalb des Regelungsbereichs von Kommunen fallen, und hat das Urteil des Verwaltungsgerichts aufgehoben. Das kommunale Selbstverwaltungsrecht wäre nicht hinreichend berücksichtigt worden.

Der Gesetzgeber ermächtigt die Gemeinden ausdrücklich, die Totenbestattung eigenverantwortlich zu regeln. Hierzu gehört, dass die Gemeinde dafür Sorge zu tragen hat, dass würdig beerdigt wird, was durch geeignete Benutzungsregeln positiv gefördert werden kann. Dazu kann der Ausschluss von Grabsteinen aus Kinderarbeit gehören. Dies sei “weder sachfremd noch willkürlich und bewegt sich innerhalb des gemeindlichen normativen Einschätzungsspielraums. [...] Der sachliche Zusammenhang mit dem Friedhofszweck und damit auch der spezifisch örtliche Bezug sind so in einer rechtlich einwandfreien Weise hergestellt.”

Auch der Umstand, dass man dem Grabstein äußerlich nicht ansieht, unter welchen Bedingungen er hergestellt wurde, dürfte nicht als Argument gegen solche Vorschriften herangezogen werden. Dies mag herkömmlich ausreichend gewesen sein, aber in Zeiten des globalen Handels, wo andernorts Menschenrechte mit Füßen getreten werden (z.B. Verstoß gegen ILO 182), können auch die Herstellungsbedingungen “in spezifisch örtliche Fragen wie die Anforderungen an aufzustellende Grabmale hineinwirken [...]. Der Wertgehalt des Selbstverwaltungsrechts wird verkannt, wenn der Beschwerdeführerin unter Hinweis auf einen vorgeblich einrichtungsfremden Zweck ohne jegliche Erwägung des in diesem Selbstverwaltungsrecht begründeten (normativen) Ermessens von vornherein die Kompetenz abgesprochen wird, sich damit [...] regelnd zu befassen.” Die Angelegenheit wird an den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof zu einer erneuten Entscheidung zurückverwiesen.

siehe auch: Entscheidung des Bayerischen Verfassungsgerichts


Donnerstag, 6. Oktober 2011

US-Bericht über schlimmste Formen der Kinderarbeit

Das US-Arbeitsministerium hat einen neuen Bericht über schlimmste Formen der Kinderarbeit herausgegeben. Demnach rangiert Indien noch immer unter den Ländern, in denen Kinder der größten Gefahr ausgesetzt sind, zu Kinderarbeitern zu werden. Noch schlimmer: “Children in India are angaged in the worst forms of child labor. [...] Children in India also work in dangerous conditions, quarrying sandstone and other materials, breaking stones and polishing gems as well as in maufacturing.” Die Anstrengungen Indiens reichen bei weitem nicht aus, dieses Problem in den Griff zu bekommen, auch weil noch immer die nationalen Gesetze verbessert werden müssten (v.a. Anhebung des Alters für die Aufnahme gefährlicher Arbeiten gemäß internationaler Standards).

siehe auch: 2010 Findings on the Worst Forms of Child Labor
siehe auch: List of Goods produced by Child Labour and Forced Labour


XertifiX e.V.
Haslacher Str. 43
79115 Freiburg
Germany

Tel: +49 - (0)761 - 7677-694
Fax: +49 - (0)761 - 7677-699
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