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Die Bundesregierung vergleicht auf ihren Internetportalen die Siegel von unterschiedlichen Produktgruppen. Ende 2016 wurde auch die Produktgruppe Natursteine aufgenommen. Wenn ein Siegel die Mindestanforderungen erfüllt, wird in der umfassenden Bewertung ein Katalog von mehreren hundert Kriterien geprüft. Aus der Prüfung dieser Kriterien ergibt sich dann jeweils eine Punktzahl.

Für XertifiX heißt es: „Gute Wahl. Dieses Siegel erfüllt unsere Anforderungen in den Bereichen Glaubwürdigkeit und Soziales.“ Wir freuen uns, dass XertifiX auf Siegelklarheit mit seinen beiden Siegeln so gut abgeschnitten hat und von der Bundesregierung empfohlen wird.

Es ist das große Verdienst der Bundesregierung, viel Arbeit, Geld und Ressourcen darin zu investieren, Verbraucher und Beschaffer über die zahlreichen Siegel zu informieren und durch die Bewertung Klarheit in die Siegelvielfalt zu bringen.

Siehe: Unser XertifiX Standard Label auf Siegelklarheit

Siehe: Unser XertifiX Plus Label auf Siegelklarheit

 

2015-12-04 GranitsteinbruchAnlässlich der Novemberfeiertage macht die Jugend Eine Welt darauf aufmerksam, dass die Arbeitsbedingungen in indischen Grabsteinbrüchen zum Teil noch immer katastrophal sind: „Das Kinderhilfswerk UNICEF wies wiederholt darauf hin, dass Kinderarbeit in indischen Steinbrüchen in alarmierendem Ausmaß vorkommt. Das können auch Jugend Eine Welt und seine Don Bosco Projektpartner vor Ort bestätigen. So sind derzeit in einem abgelegenen Steinbruch im Distrikt Krishna im Bundesstaat Andhra Pradesh 64 Kinder, davon 37 Jungen und 19 Mädchen, beschäftigt. Sie alle stammen aus armen Migrantenfamilien.“

Siehe: Jugend Eine Welt – Don Bosco Aktion Österreich

Bayerische Gemeinden nutzen Gesetzesänderung

Grabsteine SMALLImmer mehr Gemeinden in Bayern nutzen das neue Ermächtigungsgesetz in Bayern und verbieten Grabsteine aus Kinderarbeit auf ihren Friedhöfen. Zuletzt haben die Gemeinden in München, Freising, Regensburg, Zwiesing oder Gilching ihre Friedhofssatzungen geändert bzw. bereiten solche Änderungen im Gemeinderat vor.
 
Erst im Dezember 2015 hatte die Süddeutsche Zeitung bei Recherchen vor Ort in Südindien nachgewiesen, dass es in Grabsteinbrüchen, die auch Deutschland beliefern, Kinderarbeit gibt. Die Importbranche hatte damals lapidar reagiert, dass es sich um ein einzelnes schwarzes Schaf handeln müsste – ohne auch nur ansatzweise auf das allseits bekannte strukturelle Problem der Kinderarbeit in Indien einzugehen. Auch die neuesten Bemühungen Indiens zur Bekämpfung der Kinderarbeit werden weltweit kritisiert und als gänzlich ungeeignet bezeichnet.

Siehe: tz zu München
Siehe: Süddeutsche Zeitung zu Freising
Siehe: Mittelbayerische Zeitung zu Regensburg
Siehe: Süddeutsche Zeitung zu Gilching
Siehe: Augsburger Zeitung zu Wertingen

Grabsteine (2)
„Bayerische Städte und Gemeinden können künftig für ihre Friedhöfe ein Verwendungsverbot für Grabsteine aus ausbeuterischer Kinderarbeit aussprechen. Der Landtag verabschiedete einstimmig einen Gesetzentwurf der Staatsregierung.“ [weiter…]

Siehe: Kampf gegen Kinderarbeit
Siehe auch: Gesetzesentwurf
Ein Beispiel für einen Musterantrag finden Sie hier.

Niedersachsen passt zum 1. Juli 2016 das Vergabegesetz des Landes an die im April in Kraft getretenen neuen vergaberechtlichen Regelungen des Bundes an. Ein Gesetzentwurf des Wirtschaftsministeriums wurde am 7. Juni vom Niedersächsischen Landtag verabschiedet.

Die entscheidenden Passagen lauten darin:
„(1) Bei der Vergabe von Bau-, Liefer- oder Dienstleistungen ist darauf hinzuwirken, dass im Anwendungsbereich des Absatzes keine Waren Gegenstand der Leistung sind, die unter Missachtung der in den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) festgelegten Mindestanforderungen gewonnen oder hergestellt worden sind. […]
(2) Die Landesregierung bestimmt durch Verordnung, auf welche Produktgruppen oder Herstellungsverfahren Absatz 1 anzuwenden ist und welchen Mindestinhalt die vertraglichen Regelungen nach Absatz 1 Satz 1 haben sollen. Die Verordnung trifft Bestimmungen zu Zertifizierungen und Nachweisen sowie zur vertraglichen Ausgestaltung von Kontrollen und vertraglichen Sanktionen.“

Siehe: Niedersächsisches Tariftreue- und Vergabegesetz – NTVergG
Siehe: Niedersächsische Kernarbeitsnormenverordnung – NKernVO
Siehe: Erklärung über die Vorlage von Nachweisen
Siehe auch: Servicestelle zum Niedersächsischen Tariftreue- und Vergabegesetz

Ausbeuterische Arbeitsbedingungen bei Grabsteinen ausschließen

2015-12-04 GranitsteinbruchHannover / Frankfurt am Main – Anlässlich des Tags gegen Kinderarbeit am 12.06.2016 machen XertifiX und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) auf die fortwährenden Missstände in der indischen Grabstein-Industrie aufmerksam: Eine investigative Recherche der Süddeutschen Zeitung im Dezember 2015 hat gezeigt, dass noch immer Kinder in indischen (Grab-)Steinbrüchen arbeiten müssen (SZ Magazin 09/2016). Sie sind dort nicht nur ohne jegliche Schutzausrüstung an gesundheitsgefährdenden Arbeitsplätzen eingesetzt, sondern besuchen eben auch keine Schule. „Kinder brauchen Bildung. Nur dann haben sie eine Chance, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich aus der Armutsfalle zu befreien. ‎Wir dürfen deshalb keine Strukturen unterstützen, in denen Kinder als Billiglöhner missbraucht werden“, sagt der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers. Ohne gute Bildung verbleibt auch die nächste Generation in Armut. „Wer durch Importe solcher Natursteine Gewinn erwirtschaftet, macht sich am Schicksal und der Gefährdung dieser Kinder mit schuldig“, so die Vorsitzende von XertifiX, Ingrid Sehrbrock. Kinderarbeit bedeutet in diesem Fall kein „notwendiges Zubrot“ für Familien in Armut – wie es manchmal zu hören ist -, sondern die gesundheitliche Schädigung von Kindern und die Perpetuierung von Armut in jeder Generation! [weiter…]

Pressemitteilung: Gemeinsame Presseerklärung der IG Bauen-Agrar-Umwelt und des Vereins XertifiX

Fußgängerzone Saarbrücken, Foto Harald KreutzerFür die anstehende Sanierung der Saarbrücker Fußgängerzone hat sich die Stadt selbst verpflichet, nur Natursteine mit Zertifikat zu akzeptieren. Noch sei es offen, für welches Material man sich entscheidet. Aber wenn man Naturstein aus Übersee einkauft, wird man schon bei der Ausschreibung auf die Zertifizierung achten: „Die zu erfüllenden Kriterien werden dabei in den Ausschreibungsunterlagen festgelegt. Die Bieter müssen die Nachweise hinsichtlich der Zertifizierung der verwendeten Materialen erbringen.“ Siehe: Saarbrücker Zeitung

Dieses Vorgehen ist vorbildlich, sofern schon beim Ausschreibungsprozess deutlich kommunziert wird, dass das angebotene Material zertifiziert sein muss und sich alle Bieter entsprechend darauf einstellen können.

Siehe auch:
Ausbeuterische Arbeitsbedingungen in der neuen Saarbrücker Bahnhofstraße ausschließen

Flyer Vernissage S1

Flyer Vernissage S2
                          

Mann am Bohrer2Die Thomson Reuters Foundation berichtet aktuell über die Arbeitsbedingungen in indischen Steinbrüchen und die negativen gesundheitlichen Folgen für die ArbeiterInnen.

Demnach bestätigt auch Thomson Reuters die massive gesundheitliche Belastung für die ArbeiterInnen, die durch die ungeschützte Arbeit im Feinstaub entsteht: Etwa die Hälfte der insgesamt 2 Mio. ArbeiterInnen würde an der Silikosis oder anderen Lungenkrankheiten leiden. Bei nicht wenigen führen diese zum Tod. Da die Krankheit häufig bislang fälschlich als Tuberkulose diagnostiziert wurde, erhielten die Betroffenen auch keine staatliche Entschädigung. XertifiX weist seit Jahren auf diesen Umstand hin und setzt sich mit seinem Standard und den Kontrollen für einen Schutz der ArbeiterInnen ein.

Darüber hinaus stellt auch Thomson Reuters die weit verbreitete Kinderarbeit in dem Sektor fest. Das gilt nicht nur für die Herstellung von Pflaststeinen, sondern auch für die Arbeit im Steinbruch: „In Budhpura village, children as young as six or seven years work in the industry, starting with chiselling cobblestones. Boys start working in the quarries from age 12 or 13, while girls may continue making cobblestones and tiles.“

Siehe: In India’s quarries, workers die to make pretty garden tiles

Pdf: In India’s quarries, workers die to make pretty garden tiles


Am 18. April 2016 ist eine Reform des Vergaberechts in Kraft getreten (Gesetz und Verordnung). Für Aufträge oberhalb des sog. EU-Schwellenwerts wurde damit die Vergabe vereinfacht und modernisiert. Das bezieht sich vor allem auch auf die Berücksichtigung sozialer Aspekte: „Die Möglichkeiten für öffentliche Auftraggeber, strategische Ziele – z. B. umweltbezogene, soziale oder innovative Aspekte – im Rahmen von Vergabeverfahren vorzugeben, werden gestärkt.“

Damit setzt die Bundesregierung drei EU-Vergaberichtlinien von 2014 um, zu denen auch die Richtlinie über die öffentliche Auftragsvergabe (RICHTLINIE 2014/24/EU) gehört.

Siehe: Gesetz zur Modernisierung des Vergaberechts
Siehe: Verordnung zur Modernisierung des Vergaberechts
Siehe auch: Reform des Vergaberechts