Deutsch

/Deutsch

Reform des Vergaberechts


Am 18. April 2016 ist eine Reform des Vergaberechts in Kraft getreten (Gesetz und Verordnung). Für Aufträge oberhalb des sog. EU-Schwellenwerts wurde damit die Vergabe vereinfacht und modernisiert. Das bezieht sich vor allem auch auf die Berücksichtigung sozialer Aspekte: „Die Möglichkeiten für öffentliche Auftraggeber, strategische Ziele – z. B. umweltbezogene, soziale oder innovative Aspekte – im Rahmen von Vergabeverfahren vorzugeben, werden gestärkt.“

Damit setzt die Bundesregierung drei EU-Vergaberichtlinien von 2014 um, zu denen auch die Richtlinie über die öffentliche Auftragsvergabe (RICHTLINIE 2014/24/EU) gehört.

Siehe: Gesetz zur Modernisierung des Vergaberechts
Siehe: Verordnung zur Modernisierung des Vergaberechts
Siehe auch: Reform des Vergaberechts

2018-08-20T22:29:22+02:0018.04.2016|

SZ berichtet über Kinderarbeit bei Grabstein-Ab

Die Süddeutsche Zeitung berichtet im Magazin vom 04. März 2016 (09/2016) von Recherchen, die im Auftrag des katholischen Hilfswerks „Die Sternsinger“ durchgeführt wurden:

Das Ergebnis der investigativen Recherchen, bei denen Benjamin Pütter von einem Journalisten der SZ, Björn Stephan, begleitet wurde: Es wurden Kinderarbeiter in einem südindischen Steinbruch gefunden, in dem Natursteine für Grabsteine abgebaut werden! Und: Die Lieferkette ist aus diesem Steinbruch mit Kinderarbeitern bis zu einem deutschen Grabstein-Betrieb nachvollziehbar! Das ist eine Schande – auch angesichts dessen, dass die Importindustrie wiederholt und immer wieder sogar allein die Möglichkeit bestreitet, dass Kinder in Steinbrüchen an Rohmaterial für Grabsteine arbeiten könnten.
2015-12-04 Granitsteinbruch

Pütter ist damit der weltweit Einzige, der investigativ in südindischen Steinbrüchen recherchiert und Kinderarbeiter in Steinbrüchen für deutsche Grabsteine nachweist – und dies nun schon seit über 10 Jahren.

Für diese Arbeit wird Pütter seit seinen ersten Recherchen von der Industrie und der Fachpresse heftig kritisiert, vor Gericht verklagt und der Lüge bezichtigt. Der Bericht der SZ zeigt das Verdienst von Pütter und die Gefahren, denen er sich wiederholt für die Suche nach Wahrheit aussetzt. Immerhin: Es kann ihm keinerlei Interessenkonflikt vorgeworfen werden – dieses Mal war Pütters Reise gänzlich unabhängig von XertifiX und wurde durch das Hilfswerk „Die Sternsinger“ angestoßen und finanziert.

Für Deutschland bedeuten die neuesten Erkenntnisse:
Es wird Zeit, dass es in Deutschland bundesweit untersagt wird, indische Grabsteine ohne seriöses Zertifikat auf den Friedhöfen aufzustellen. Durch ein Zertifikat wie XertifiX werden nicht nur die Steinbrüche und Natursteinverarbeiter auf Kinderarbeit kontrolliert, sondern es werden auch Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und angemessene Löhne der erwachsenen ArbeiterInnen geprüft.

Siehe: Magazin (09/2016) der Süddeutschen Zeitung (Erscheinungstag: 04. März 2016)

2018-08-20T22:29:22+02:0003.03.2016|

Illegale Steinbrüche unterschlagen Milliarden-Bet

Südindien: 84 Steinbrüche des illegalen Abbaus überführt

Vor einigen Jahren wurde illegaler Natursteinabbau in Südindien aufgedeckt (wir berichteten). Die einberufene Untersuchungskommission („The Sagayam Committee“) hat nun einen Abschlussbericht vorgelegt. Demnach wird der unterschlagene Betrag auf rund Rs 65.154,60 crore geschätzt. In Euro umgerechnet sind dies bei aktuellem Wechselkurs schier unfassbare rund 9 Mrd. Euro (1 crore Rupie = 10.000.000 Rupien). Der Bericht umfasst 624 Seiten mit 31 Bänden Anhang.

Siehe: The New Indian Express

2018-08-20T22:29:21+02:0014.12.2015|

Bayern: Neuer Gesetzentwurf zu Grabstei

Am 01. Dezember 2015 hat das Bayerische Kabinett einen Gesetzentwurf zum Verbot von Grabsteinen aus ausbeuterischer Kinderarbeit gebilligt. Friedhofsbetreibern in Bayern wird demnach ein Verbot von Grabsteinen aus ausbeuterischer Kinderarbeit ermöglicht. Dabei werden auch Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts (Urteil vom 16. Oktober 2013) berücksichtigt, indem grundlegende Anforderungen an Nachweise geregelt werden.

Gesundheitsministerin Melanie Huml hierzu: „Bürger, Steinmetze und Friedhofsbetreiber können mit dieser Regelung einfach und anhand objektiver Kriterien erkennen, ob ein Zertifikat ausreicht und daher anerkannt wird.“

Siehe: Bayerischer Rechts- und Verwaltungsreport

2018-08-20T22:29:19+02:0003.12.2015|

CDA fordert Internationale Arbeitspoli

Arbeitnehmerflügel beschließt neues Grundsatzprogramm am 08.11.15 in Berlin

CDA-Bundestagung: I. Sehrbrock und K. Töpfer

CDA-Bundestagung: I. Sehrbrock und K. Töpfer

Darin heißt es unter anderem: Der Einsatz für menschenwürdige Arbeitsbedingungen weltweit muss im Zentrum der Politik stehen. Dazu gehört selbstverständlich auch die Freiheit zu Gewerkschaftsarbeit und -betätigung. Ebenso muss die ILO aufgewertet und mit Sanktionmsmechanismen ausgestattet werden. Internationale Unternehmen haben Verantwortung für die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards in der gesamten Lieferkette wahrzunehmen. Transparenz über die Arbeitsbedingungen in den Lieferketten ist hierzu ein wichtiger Beitrag.

Siehe: „Der Mensch ist wichtiger als die Sache“, Berlin 2015

2018-08-20T22:29:18+02:0012.11.2015|

Streit ums Grabmal: Ist dieser Grabstein auch Fair Tra

Grabsteine SMALLWer in diesen Tagen über einen herbstlichen Friedhof spaziert, der läuft dabei auch an einer Menge offener Fragen vorbei. Denn viele Grabsteine kommen nicht mehr aus heimischen Steinbrüchen, sondern aus Indien oder China. Woher genau aus diesen Ländern die Steine stammen, das lässt sich nicht in jedem Fall genau sagen, auch nicht, unter welchen Bedingungen sie aus dem Steinbruch gebrochen und bearbeitet wurden. Dabei gibt es Organisationen, die die Produktionsbedingungen prüfen. [weiter…]

2018-08-20T22:29:14+02:0002.11.2015|

G7-Minister setzen Elmau-Beschlüsse

Gute Arbeit weltweit fördern
Auf einer zweitägigen Konferenz haben die G7 Arbeits- und Entwicklungsminister die Umsetzung der G7 Beschlüsse von Elmau zur Förderung nachhaltiger globaler Lieferketten vereinbart. Mit der Erklärung „Action for Fair Production“ werden erste Schritte auf den Weg gebracht, unter anderem:
G7 Elmau Logo

  • Unternehmen bei der Kontrolle der Lieferketten im Hinblick auf Arbeits-, Sozial-und Umweltstandards unterstützen
  • Herstellerländer bei der Durchsetzung von Standards unterstützen
  • Mehr Transparenz für VerbraucherInnen herstellen, um nachhaltigen Konsum zu fördern

[Siehe Pressemitteilung…]

2018-08-20T22:29:12+02:0014.10.2015|

Unfair produzierte Natursteine kosten Leben!

image024Zu viele ArbeiterInnen in Steinbrüchen und Naturstein-Betrieben müssen weltweit noch unter katastrophalen Bedingungen ihren Lebensunterhalt verdienen. Ihre Gesundheit wird durch gefährliche Arbeitsplätze und nicht vorhandene Schutzausrüstung massiv gefährdet. Selbst elementarste Schutzmaßnahmen fehlen. Viele arbeiten ohne Unterbrechung sieben Tage die Woche und erhalten nicht einmal den gesetzlichen Mindestlohn. Vor allem in Natursteinproduktions¬stätten in Indien, China und Vietnam führen die schlechten Arbeitsbedingungen häufig zur unheilbaren, tödlichen Lungenkrankheit (Silicosis). Viele erreichen nicht einmal das 50. Lebensjahr. Anlässlich des Welttags für menschenwürdige Arbeit fordert XertifiX e.V., die Arbeitsbedingungen in asiatischen Betrieben nachhaltig zu verbessern. [weiter…]

2015-10-07T14:25:12+02:0007.10.2015|

XertifiX-Jubiläumsfeier im Bundes

10-Jähriges Jubiläum I. SehrbrockMit Mitgliedern, Lizenznehmern, Spendern, Unterstützern und Gästen aus Politik und Verbänden hat XertifiX e.V. am 30.09.2015 im Bundestag in Berlin sein 10-jähriges Bestehen gefeiert. Die Bilanz sei gemischt, erklärte die Vorsitzende und ehemalige DGB-Vize, Ingrid Sehrbrock: Kinderarbeit in indischen Steinbrüchen, die XertifiX kontrolliert, sei praktisch verschwunden. Mit 168 Mio. Kinderarbeitern weltweit sei sie dennoch ein drängendes Problem.

[Pressemitteilung zur XertifiX-Jubiläumsfeier im Bundestag]

2018-08-20T22:29:11+02:0001.10.2015|

Ausstellung „helfen Steine“ der BBK Kassel

Installation von Gerda Waha

Foto: Karl-Heinz Mierke

                                                                                                    Foto: Karl-Heinz Mierke


Steine versperren den Weg. Auf den ersten Blick wahllos zusammengetragene Straßenpflastersteine zwingen uns innezuhalten. Bei näherer Betrachtung sieht man die Gesichter erschöpfter Kinder zwischen den anderen grauen, gesichtslosen Steinen, sie erzählen die Geschichte einer verlorenen Kindheit.

Kinderarbeiter, haben mit den grauen Straßenpflastersteinen mehr gemeinsam als der erste Blick vielleicht vermuten lässt. Genau wie diese ebnen Sie anderen Menschen den Weg. Allzu oft kommen sie selbst dabei unter die Räder.

Steine helfen, denn über Steine stolpern, lässt uns innehalten, näher hinschauen – so werden die noch immer zahlreichen Kinderarbeiter ihrer Anonymität enthoben.

Stolpern, innehalten, hinschauen, reflektieren und ins eigene Leben mitnehmen –

Fotos: Karl-Heinz Mierke

Foto: Karl-Heinz Mierke



Wann? Vom 26. September bis 01. November 2015

Wo? Im Naturparkzentrum Habichtswald
Auf dem Dörnberg, 34289 Zierenberg

Für die Ausstellung „Helfen Steine?“ hat die Marburger Künstlerin Gerda Waha ein altes Projekt „Vom Verschwinden der Kindheit“ wieder aufgenommen und erweitert. Die Steine dienen dabei nicht nur als Stolpersteine, sie geben auch jedem Betrachter die Möglichkeit der direkten Hilfe. Ein Großteil des Erlöses aus dem Verkauf der einzelnen Steine nach der Ausstellung geht als gebundene Spende an XertifiX Sozialprojekte e.V.

2015-08-25T14:59:30+02:0025.08.2015|
Diese Website verwendet Cookies und Dienste von Drittanbietern. Ok