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G7 Elmau LogoDie G7 widmen im Abschlussdokument des Treffens einen eigenen Abschnitt dem Thema der Verbesserung von Arbeitsbedingungen in den Lieferketten. Es wird festgestellt: „Schlechte Arbeitsbedingungen mit unzureichendem Arbeitsschutz führen zu erheblichen sozialen und wirtschaftlichen Verlusten und sind mit Umweltschäden verbunden.“ Es wird gefordert, dass die Wirtschaft in einer globalisierten Welt die ihnen zukommende Verantwortung anerkennt und übernimmt. Herausragende Bedeutung kommt auch Gütesiegeln bzw. Portalen zu, die über die Vertrauenswürdigkeit dieser Siegel informieren.

Siehe: „An morgen denken. Gemeinsam handeln.“ Abschlusserklärung G7-Gipfel, 7.-8. Juni 2015

Neue Studie von Stop Child Labour und India Comitee of the Netherlands

IMG_6761_Männer am Bohrer_CUTDie Studie über die Arbeit in Südindiens Steinbrüchen (Staaten: Tamil Nadu und Karnataka) hat ein weiteres Mal bestätigt, dass die Arbeitsbedingungen auch dort leider noch immer katastrophal sind. Kaum eine Rede davon, dass in Südindien die Arbeit so maschinisiert ist, dass kaum mit Verstößen gegen Arbeitsrechte zu rechnen ist. Im Gegenteil: In Karnataka wurden 10 Prozent Kinderarbeit in den Steinbrüchen festgestellt.

In Tamil Nadu hat sich die Situation laut Studie nur deshalb verbessert, weil dort der Staat derzeit den Kampf gegen illegales Abbauen als politisches Thema entdeckt hat. Dies wirkt sich indirekt auch positiv auf einen Rückgang der Kinderarbeit aus. Dennoch wurde auch in Tamil Nadu ein hoher Anteil an „bonded labour“ festgestellt.

Für beide Staaten gilt, dass persönliche Schutzausrüstung nicht benutzt wird, obwohl die Arbeit durch Feinstaub, Lärm, Bewegen schwerster Lasten und Explosionen extrem gesundheitsgefährdend ist. Auch bei medizinischer Versorgung und Erster Hilfe mangelt es erheblich.

Siehe: Rock Bottom. Modern Slavery and Child Labour in South Indian Granite Quarries
Siehe: Zusammenfassung ICN ‚Rock Bottom‘
Veröffentlicht: Mai 2015

ILO LogoDie Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat 2013 eine Initiative gegen Kinderarbeit ins Leben gerufen: Sie ruft Musiker (Orchester, Chöre oder Musiker aller Art) auf, ein Konzert dem Kampf gegen Kinderarbeit zu widmen. Dazu heißt es:

„Music is a universal language. The Initiative is inspired by the power of music to communicate to wide audiences. Experience shows that involving socially excluded children in structured musical activity and education can help protect them from child labour. Good music and arts education helps makes schools more attractive and child friendly.“

Jede/r ist dazu aufgerufen, sich an der Initiative zu beteiligen, indem man z.B.

  • sich über Kinderarbeit in der Welt informiert
  • ein Lied über Kinderarbeit spielt oder komponiert
  • einen Link der Initiative auf die Webseite platziert
  • Presseberichte, Fotos oder Videos eines Konzertes zugunsten der Initiative an die ILO in Genf sendet

Siehe: „Music against Child Labour“ Initiative

NRW-WappenSeit 2005 setzt sich der Verein XertifiX gegen Kinderarbeit in asiatischen Steinbrüchen ein. Die Situation hat sich – in nicht unerheblichem Maß durch die Arbeit von XertifiX e.V. – sehr stark verändert. In den von uns zertifizierten Exportsteinbrüchen sind in den letzten Jahren bei unabhängigen, unangekündigten Kontrollen keine Kinder mehr angetroffen worden. Es ist davon auszugehen, dass sich auch die Situation in den nicht von XertifiX kontrollierten Steinbrüchen verbessert hat. Allerdings haben wir hierfür keine Beweise. Mit Fug und Recht kann behauptet werden, dass Kinderarbeit zurückgedrängt wurde, weil dem Natursteinhandel unangekündigte Kontrollen von unabhängiger Seite angedroht wurden, und im Falle von Kinderarbeit der Handel gestoppt werden sollte. Dies ist ein großer Erfolg, über den wir uns sehr freuen. weiter…

Siehe auch: NRW-Runderlass

Kailash Satyarthi und Benjamin PütterMalala Yousafzai und Kailash Satyarthi werden heute in Oslo für ihr Engagement gegen Kinderarbeit bzw. für Kinderrechte ausgezeichnet. Benjamin Pütter, 2. XertifiX-Vorsitzender, hat jahrelang mit Satyarthi zusammengearbeitet. Gemeinsam haben sie 1998 den „Global March Against Child Labour“ durchgeführt, was zur ILO-Konvention 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit geführt hat. Umso skandalöser ist es, so Pütter anlässlich der Preisverleihung, dass Indien bis heute diese Konvention nicht ratifiziert hat.

Pütter wird auf Einladung des Nobelpreis-Komitees an der Preisverleihung in Oslo teilnehmen.

Siehe auch: Stern

Jugend Eine Welt fordert zum Kauf von Grab- und Natursteinen aus fairer Produktion auf

15 Junge Bohrer 4Wien (OTS) – Tausende ÖsterreicherInnen besuchen zu Allerheiligen und Allerseelen einen Friedhof. Doch nur wenigen ist bewusst, dass viele importierte Grabsteine unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt werden bzw. aus Kinderarbeit stammen. Das gilt insbesondere für Granit-und andere Natursteine, die aus Indien importiert werden, wo geschätzte 15 Prozent der ArbeiterInnen in der Natursteinbranche Kinder sind, die unter lebensgefährlichen Bedingungen in Steinbrüchen schuften. Doch auch Steine aus China als dem weltweit größten Importeur von indischem Rohgranit sind verdächtig.

Die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt ruft dazu auf, beim Kauf von Grab- und Natursteinen genau nachzufragen, ob diese nachweislich ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden und im Zweifelsfall Steinen aus Europa bzw. Österreich den Vorzug zu geben, auch wenn diese etwas teurer sind. [weiter]

Pro 7 berichtet über die Arbeit von XertifiX
Pro SiebenIn der Sendung Galileo vom 28.10.2014 berichtet das Magazin in einem Beitrag über die Arbeit von XertifiX in Nordindien. Die Sendung kann in der Pro 7 Mediathek nachgesehen werden.

Siehe: Weg des Pflastersteins

Ein Interview von Petra Völzing mit Benjamin Pütter

Petra Völzing: In diesem Jahr stärkt der Friedensnobelpreis die Kinderrechte. Alle reden von der jungen pakistanischen Preisträgerin Malala Yousafzai, aber auch Kailash Satyarthi aus Indien wurde geehrt, warum?
1998 GM 088
Benjamin Pütter: Malala steht mit ihrem Engagement vor allem für das Recht der Kinder auf Bildung. In der Region ist aber auch das Thema Kinderarbeit und Kindersklaverei weiterhin virulent, das hat das Nobelpreiskomitee mit bedacht. Kailash Satyarthi setzt sich seit 35 Jahren für die Abschaffung der Kinderarbeit und die Befreiung von Kindern aus Sklaverei ein.
Sicherlich spielt auch eine Rolle, dass man einen Ausgleich schaffen wollte im weiterhin schwelenden Konflikt zwischen dem muslimischen Pakistan und dem hinduistisch dominierten Indien. Man darf dabei nicht vergessen: es handelt sich hier um Atommächte.

[weiter]

Wir gratulieren Kailash Satyarthi herzlich zu dieser Auszeichnung für sein großes Engagement gegen Kinderarbeit, sowie Malala Yousafzai für ihr Engagement für bessere Bildungschancen der Mädchen in ihrer Heimat. Wir gratulieren aber auch dem Nobelpreis-Komitee, dass es mit dieser Auszeichnung das Thema Kinderarbeit und deren Bekämpfung weltweit in den Fokus gebracht hat.

Kailash Satyarthi und Benjamin Pütter (Foto: Empt/MISEREOR)

K. Satyarthi / B. Pütter (Foto: Empt/MISEREOR)

Der Freiburger Kinderarbeitsexperte und XertifiX-Mitbegründer Benjamin Pütter hat 1998 gemeinsam mit Kailash Satyarthi den weltweiten „Global March against Child Labour“ initiiert und durchgeführt. Die Hauptthemen von Satyarthi waren immer die Abschaffung von Kinderarbeit in der Teppich- und Steinindustrie und in diesem Zusammenhang ist auch XertifiX e.V. gegründet worden.

B. Pütter im Interview: Friedensnobelpreis 2014
“Gesetze gegen Kinderarbeit sind sein Verdienst”

Chinareise Sept. 2014 - 065Zu viele Arbeiterinnen und Arbeiter in Steinbrüchen müssen weltweit noch unter katastrophalen Bedingungen ihren Lebensunterhalt verdienen. Ihre Gesundheit wird durch gefährliche Arbeitsplätze und nicht vorhandene Schutzausrüstung massiv gefährdet. Selbst elementarste Schutzmaßnahmen fehlen. Viele arbeiten ohne Unterbrechung sieben Tage die Woche und erhalten nicht einmal den gesetzlichen Mindestlohn. Vor allem in chinesischen und indischen Natursteinproduktionsstätten führen die schlechten Arbeitsbedingungen häufig zur unheilbaren, tödlichen Lungenkrankheit (Silicosis). Viele erreichen nicht einmal das 50. Lebensjahr.

Anlässlich des heutigen Welttags für menschenwürdige Arbeit fordert XertifiX e.V., die Arbeitsbedingungen in chinesischen und indischen Natursteinproduktionsstätten nachhaltig zu verbessern. [weiter…]