Definition Kinderarbeit

Der Begriff „Kinderarbeit“ wird je nach Kontext sehr unterschiedlich verwendet, weshalb eine klare Definition sehr wichtig ist.

Unter „Kinderarbeiter“ werden Kinder gefasst, die mehrere Stunden regelmäßig arbeiten. Hiervon deutlich abzugrenzen ist die „ausbeuterische Kinderarbeit“, wozu folgende Punkte zählen:

  1. alle Formen von Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft, Leibeigenschaft und Sklaverei;
  2. der Missbrauch von Kindern z.B. Prostitution, Pornografie, Drogenhandel, Kindersoldaten
  3. und alle anderen Arbeiten, die Gesundheit, Sicherheit oder Moral von Kindern gefährden. Darunter fallen u. a. auch die schweren Arbeiten in Steinbrüchen.

Man muss also unterscheiden zwischen normalen Aufgaben zum Beispiel im Haushalt (die den Schulbesuch nicht verhindern), zwischen legaler Beschäftigung von Jugendlichen und zwischen Ausbeutung von Kindern. Für legale (nicht ausbeuterische!) Beschäftigung haben die meisten Staaten per Gesetz ein Mindestalter zwischen 14 und 16 Jahren festgelegt. In Deutschland ist das Mindestalter 15 Jahre mit einigen Ausnahmen für leichte Tätigkeiten – Zeitungsaustragen ist zum Beispiel auch für jüngere Jugendliche erlaubt.

In Hilfswerkskreisen wird eine vereinfachte Definition von Kinderarbeit verwendet, der auch XertifiX folgt:

„Eine Person unter 15 Jahre, welche nicht in die Schule gehen darf, weil sie arbeiten muss.“

Als schlimmste Formen der Kinderarbeit wird dann bezeichnet, wenn diese auch noch gesundheitsschädlich und ausbeuterisch ist (hiergegen gibt es Programme der Hilfswerke).

Aktuelle Zahlen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO/ILO) (September 2017): Weltweit sind 218 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren erwerbstätig. Unter ihnen sind 152 Millionen Opfer von Kinderarbeit; Fast die Hälfte von ihnen, 73 Millionen, arbeitet in gefährlicher Kinderarbeit.

Rechtliche Grundlagen:

Siehe auch: International Labour Organization (ILO) über Kinderarbeit (English)
Siehe auch: ILO-Initiative „Music against Child Labour“