Marie Nasemann zum Lieferkettengesetz

Marie Nasemann, Model, Moderatorin, Schauspielerin und Fair-Fashion-Bloggerin fordert in einem Video ein starkes Lieferkettengesetz und macht so auf den Lieferkettenbrief aufmerksam.

Siehe auch:
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Facebook @MarieNasemann

2021-05-05T09:51:01+02:0005.05.2021|

HeuteShow zum Lieferkettengesetz

Das ZDF zum Hintergrund des Beitrags:
„Es soll bei der Einhaltung der Menschenrechte, der Eindämmung von Kinderarbeit und Hungerlöhnen weltweit helfen: Das Lieferkettengesetz der Bundesregierung. Deutsche Unternehmen sollen damit verpflichtet werden, dafür zu sorgen, dass bei ausländischen Lieferanten vor Ort soziale und ökologische Mindeststandards eingehalten werden. Das Gesetz soll ab 2023 für Unternehmen mit mehr als 3000 Mitarbeitenden und ab 2024 für Unternehmen mit mehr als 1000 gelten. Das Bundeskabinett hatte den Gesetzentwurf am 3. März verabschiedet, im Bundestag wurde im April darüber debattiert.

Mitte Februar haben Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) den Entwurf zum Lieferkettengesetz in einer Pressekonferenz vorgestellt. Neben Hubertus Heil gilt vor allem Gerd Müller als entschiedener Befürworter des Gesetzes. Er betonte bei dem Termin etwa, dass die Bedeutung des Lieferkettengesetzes über Deutschland hinausgehe: „Es stößt eine Debatte in Deutschland und in Europa an über die Zukunft der Globalisierung, über eine gerechte Globalisierung.“ Müller hatte das Ziel, dass Unternehmen für Verstöße gegen Menschenrechte innerhalb der Lieferketten auch zivilrechtlich haften müssen – dies wurde in dem aktuellen Beschluss allerdings nicht so umgesetzt.[…]

Besonders der Wirtschaftsrat der CDU arbeitet sich stark am Lieferkettengesetz ab und versucht, es zu verhindern oder wenigstens zu verwässern. Im Februar noch rief er die Unionsfraktion dazu auf, „dieses Vorhaben“ zu stoppen: „Mitten in der Corona-Krise arbeitet die SPD stur ihre linksideologischen Themen ab, während zahlreiche Unternehmer Existenzängste haben.“

Siehe: What the Fakt!? Lieferkettensägenmassaker – Was bringt das deutsche Lieferkettengesetz?

2021-05-05T08:41:24+02:0003.05.2021|

ILO: Internationales Jahr zur Beseitigung von Kinderarbeit

Die Internationale Arbeitsagentur (ILO) hat 2021 zum Jahr zur Beseitigung von Kinderarbeit aufgerufen. Individuen und Unternehmen sind aufgerufen, in besonderer Weise in diesem Jahr aktiv zu werden, um gemeinsam Kinderarbeit weltweit zu bekämpfen!

Jede und Jeder ist aufgerufen:

  • An einen Entscheider schreiben!
  • Spenden für eine Wohltätigkeitsorganisation oder Schule sammeln, die sich mit der Prävention von Kinderarbeit befasst.
  • Mehr über fairen Handel lesen, wie er Kindern armer Familien zugute kommt.
  • Sich weiterbilden und das Gelernte mit Freunden, Familie, Mitarbeitern und anderen teilen.

„Individuals have power when they work together in a coordinated global movement.“

Unternehmen und andere Stakeholder sind aufgerufen:

Ein 2021 Aktionsversprechen geben, z.B.:

  • Entwicklung eines regionalen Fahrplans zur Beendigung der Kinderarbeit mit zeitgebunden erreichbaren Meilensteinen und vorgeschlagenen Ressourcenzuweisungen.
  • Entwurf neuer Gesetze und / oder Richtlinien zur Förderung der öffentlichen Beschaffung als Instrument zur Bekämpfung der Kinderarbeit.
  • Entwicklung eines regionalen Fonds im Jahr 2021 zur Beendigung der Kinderarbeit.

Es wird empfohlen, den Leitfaden für Aktionsversprechen herunterzuladen:

2021 Stakeholder Action Pledge – Practical-Guide

2021-04-20T10:00:59+02:0020.04.2021|

Lieferkettengesetz: Der Bundestag muss nachbessern!

Wie berichtet, hat sich die Bundesregierung in der vergangenen Woche endlich auf einen Entwurf zum Lieferkettengesetz geeinigt! Gut so: Damit werden die menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten von Unternehmen erstmals in Deutschland verbindlich geregelt.

Aber der Gesetzentwurf reicht so noch nicht aus, denn:

  • Er sieht vor, dass Unternehmen bei indirekten Zulieferern erst dann aktiv werden müssen, wenn es schon konkrete Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen gibt. Das ist absurd!
  • Zudem fehlt die zivilrechtliche Haftungsregel. Betroffene von Menschenrechtsverletzungen haben es auch in Zukunft schwer, vor deutschen Gerichten Schadensersatz einzufordern.
  • Der Gesetzentwurf berücksichtigt Umweltstandards zu wenig!
  • Das Gesetz soll nur für rund 2.900 Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden gelten.

Die gute Nachricht: Noch ist das Gesetz nicht fertig. Im April wird der Bundestag über das Lieferkettengesetz beraten. Die Abgeordneten haben dann die Möglichkeit, Nachbesserungen einzufordern.

Fordern Sie Ihren Abgeordneten auf, entsprechend aktiv zu werden. Die Intitiative Lieferkettengesetz hat einen Serienbrief vorbereitet, mit dem Sie Ihre Abgeordneten direkt anschreiben können. Praktisch: Sie geben nur Ihre PLZ ein und es erscheinen die Abgeordneten Ihres Wahlkreises zur Auswahl. Daher:

Jetzt Lieferkettenbrief schreiben!

2021-05-06T11:22:07+02:0015.03.2021|

Bundesregierung einigt sich auf abgeschwächtes Lieferkettengesetz

Nach monatelangen Verhandlungen hat sich die Bundesregierung auf ein Lieferkettengesetz geeinigt. Aus Sicht von XertifiX ist dies grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings ist die Beschränkung auf zunächst 3000 Mitarbeiter*innen, für die das Gesetz ab 2023 gilt, eine enttäuschende Beschränkung. Die Initiative Lieferkettengesetz, bei der XertifiX Mitglied ist, bewertet das Gesetz entsprechend kritisch.

Aus unserer Sicht wäre ein wirkungsvolleres Gesetz möglich und wünschenswert gewesen. Doch scheinbar konnte die Lobbyarbeit der Wirtschaftsverbände einen effektiven Schutz von Menschenrechten und Umwelt verhindern. Durch die fehlende zivilrechtliche Haftung wird Opfern von schweren Menschenrechtsverletzungen ein verbesserter Rechtsschutz vor deutschen Gerichten verwehrt.

2021-02-15T14:47:19+01:0012.02.2021|

Minister Altmaier (CDU) boykottiert noch immer Lieferkettengesetz

In der Auseinandersetzung um ein Lieferkettengesetz (zwischen Arbeits- und Entwicklungsministerium einerseits und Wirtschaftsministerium andererseits) haben die Minister Heil (SPD) und Müller (CSU) einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Wie dem Handelsblatt vom 03.02.2021 zu entnehmen ist, sieht das Kompromissangebot nur noch Bußgeld und administrative Strafen vor, etwa den Ausschluss eines Unternehmens von öffentlichen Aufträgen. Damit sei eine der zentralen Forderungen Altmaiers eigentlich erfüllt. Mit diesem Kompromissvorschlag soll es nun heute in den Koalitionsausschuss gehen.

Laut Handelsblatt bleibe Minister Altmaier jedoch noch immer bei seiner Blockade: demnach sollten Unternehmen nur für das erste Glied der Lieferkette verantwortlich sein, also ihre direkten Zulieferer. Die Zulieferer der Zulieferer, z.B. Rohstofflieferanten, wären dann außen vor. Entsprechend kritisch bewertet die Initiative Lieferkettengesetz, bei der XertifiX Mitglied ist, diesen Vorstoß von Altmaier:

Die von Altmaier auch noch geforderte Beschränkung der Sorgfaltspflicht auf direkte Zulieferer würde das Gesetz endgültig ad absurdum führen, da es dann weder Kinderarbeit auf Kakaoplantagen noch Umweltschäden im Rohstoffabbau erfassen würde […] Ein solches Gesetz liefe jeder Idee einer menschenrechtlichen Verantwortung von Unternehmen zuwider. Deutschland würde damit weit hinter internationalen Standards zurückbleiben und auch die derzeitigen Verhandlungen auf EU-Ebene konterkarieren. Wir erwarten daher von Angela Merkel, Armin Laschet und den übrigen Mitgliedern des Koalitionsausschusses, sich endlich klar zum Koalitionsvertrag zu bekennen und den vorliegenden Kompromiss für ein Lieferkettengesetz jetzt zu beschließen, ohne ihn noch weiter zu verwässern und zu verzögern.“ (Johannes Heeg, Sprecher des zivilgesellschaftlichen Bündnisses „Initiative Lieferkettengesetz“)

 

Siehe: Gegen Kinderarbeit und Umweltzerstörung: Wirtschaftsminister Altmaier blockiert Lieferkettengesetz

 

2021-02-15T08:46:14+01:0003.02.2021|

Ein großer Schritt Richtung EU-Lieferkettengesetz

„Der Rechtsausschuss des Europaparlaments hat gestern für ein europäisches Lieferkettengesetz gestimmt. … Der Ausschuss hat damit für einen Vorschlag gestimmt, wie ein europäisches Lieferkettengesetz aussehen sollte – nämlich wirksam. Unternehmen sollen dazu verpflichtet werden, entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung zu vermeiden. Kommen Unternehmen dem nicht nach, sollen sie sanktioniert und haftbar gemacht werden können.

Ist damit also alles gut? Können wir uns in Deutschland jetzt zurücklehnen, weil sich ja nun die EU um alles kümmert?

Nein, im Gegenteil. Ein deutsches Lieferkettengesetz ist wichtiger denn je. Denn das EU-Lieferkettengesetz ist alles, nur kein Selbstläufer. Der Weg dahin ist noch lang, voller Hindernisse und wird vermutlich noch mehrere Jahre dauern. Deshalb ist es entscheidend, dass Deutschland mit gutem Beispiel vorangeht. Wenn die größte Volkswirtschaft Europas ihren Unternehmen klare Regeln in Sachen Menschenrechte und Umweltstandards vorgibt, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die EU nachzieht: Das deutsche Lieferkettengesetz könnte zur Blaupause für eine europäische Lösung werden. Deswegen ist ein wirksames, weitreichendes Gesetz in Deutschland so wichtig – und ein schwaches Gesetz so fatal.“

Siehe: EU macht großen Schritt für Menschenrechte und Umwelt – was heißt das für das Lieferkettengesetz?

2021-02-15T08:46:27+01:0028.01.2021|

Oxfam-Studie: Covid verschärft Armut und Ungleichheit weltweit

Oxfam hat in einer Studie die katastrophale Wirkung der Corona-Pandemie beschrieben mit den Folgen von wachsender Ungleichheit und Armut oder mit den Worten des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres:

Die COVID-19-Pandemie hat eine wichtige Rolle bei der Aufdeckung wachsender Ungleichheiten gespielt. Es enthüllte den Mythos, dass jeder im selben Boot sitzt. Während wir alle auf demselben Meer schwimmen, ist es klar, dass einige in Superyachten sind, während sich andere an treibenden Trümmern festhalten.“

Dies lässt sich schon in den ersten Monaten an der zunehmenden Schere zwischen Armen und Reichen ablesen. Dies müsste aber – so Oxfam – so nicht hingenommen werden, sondern die Regierungen könnten dem mit den richtigen Maßnahmen angemessen begegnen, unter anderem…

  • … die Regierungen müssen den Wert von Pflege- und Sozialsystemen anerkennen und in kostenlose öffentliche Dienstleistungen und sozialen Schutz investieren, um alle von der Wiege bis zur Bahre zu unterstützen
  • … Regierungen … müssen alle Arbeitnehmer schützen und befähigen, indem sie würdige Arbeitsbedingungen und faire Löhne für alle sowie existenzsichernde Löhne für alle Arbeitnehmer vorschreiben und das Recht auf kollektive Organisation und Gewerkschaftsbildung der Arbeitnehmer sicherstellen, damit Arbeitgeber und Großaktionäre zur Rechenschaft gezogen werden können
  • … die Schließung von Steueroasen, die Beendigung des verschwenderischen Steuerwettbewerbs und die Gewährleistung eines fairen Steuerniveaus für die profitabelsten multinationalen Unternehmen und die reichsten Einzelpersonen bieten eine offensichtliche Lösung, wie kürzlich vom IWF empfohlen

Siehe:

2021-02-15T08:47:06+01:0028.01.2021|

BaWü: Landtag beschließt Verbot von Grabsteinen aus Kinderarbeit

Am heutigen Mittwoch, 27.01.2021, hat der Landtag in Baden-Württemberg beschlossen, dass die Kommunen Grabsteine aus Kinderarbeit verbieten dürfen. Es wird im Änderungsgesetz nun festgelegt, dass dies durch „bewährte Zertifikate“ nachzuweisen ist. Hierzu zählen XertifiX und andere Nachweise, die „auf allgemein zugänglichen und anerkannten Plattformen nach Evaluation des Zertifizierungsprozesses und Publikation der gewonnenen Ergebnisse Authentizität zugesprochen wird“. Das Plus Siegel von XertifiX erhält auf einer solchen Plattform der Bundesregierung die Bestnote (bestes Siegel aller Natursteinsiegel).

Siehe: 2021-01-27 BaWü Änderung_Bestattgesetz_Entwurf

2021-02-15T08:47:21+01:0027.01.2021|

EU: Konsultation zu EU Lieferkettengesetz

Die EU-Kommission führt derzeit die öffentliche Konsultation zu „Sustainable Corporate Governance“ durch.Dabei geht es unter anderem auch um menschenrechtliche und ökologische Sorgfaltspflichten von Unternehmen.

Um den Druck zu erhöhen und unsere Chancen zu maximieren, dass die Kommission einen starken Vorschlag für eine Richtlinie vorlegt, ist es wichtig, dass auch möglichst viele Einzelpersonen das Vorhaben unterstützen.

„Erheben wir gemeinsam die Stimme, um Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen!“

„Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung! Je mehr Menschen sich beteiligen, umso eher können wir die Europäische Kommission davon, überzeugen, die Spielregeln zu ändern, um die Straflosigkeit der Unternehmen zu beenden und Menschenrechte durchzusetzen.

Die Uhr tickt.

Bauen wir gemeinsam Druck auf – bis zum 8. Februar 2021 ist es möglich, vom Mitspracherecht Gebrauch zu machen!

Unternehmen und NOGs können ihre Position direkt auf der Seite der EU eingeben.

2021-02-15T08:47:33+01:0022.01.2021|

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