Welttag gegen Kinderarbeit

Warum Kinderarbeit nicht nur Kindern schadet, sondern auch Erwachsenen…….

„Schön wäre es, wenn wir am Welttag gegen Kinderarbeit berichten könnten, dass Kinder nicht mehr arbeiten müssen und stattdessen Schulen besuchen können, kostenfrei, in Wohnortnähe und bis zu einem guten Abschluss,“ erklärt die Vorsitzende von XertifiX e.V. und ehemalige Vize des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Ingrid Sehrbrock

„Aber so weit ist es noch nicht. Wohl gibt es Fortschritte: Waren im Jahr 2000 laut Internationaler Arbeitsorganisation (IAO) noch 246 Millionen Kinderarbeiter erfasst, sind es 2017 „nur“ noch 152 Millionen. Dennoch, viel zu viele. Zudem ist der vielversprechende Rückgang der letzten Jahre erheblich langsamer geworden. Das Kinderhilfswerk UNICEF befürchtet, bei gleichem Tempo werde es auch im Jahr 2025 noch 121 Millionen Kinderarbeiter geben.

Dabei haben sich fast alle Staaten der Welt verpflichtet, bis 2025 jegliche Form der Kinderarbeit, angefangen mit den schlimmsten Formen, bis zum Jahr 2025 vollständig abzuschaffen.“

Zu den „schlimmsten Formen der Kinderarbeit“ zählen (ILO-Konvention Nr. 182 von 1999): Sklaverei und sklavenähnliche Abhängigkeiten, Zwangsarbeit einschließlich des Einsatzes von Kindersoldaten, Kinderprostitution und Kinderpornographie, kriminelle Tätigkeiten wie den Missbrauch von Kindern als Drogenkuriere sowie andere Formen der Arbeit, die die Sicherheit und Gesundheit der Kinder gefährden können. In vielen Sektoren der Wirtschaft weltweit werden Kinder trotz nicht zu bestreitenden Anstrengungen weltweit massiv ausgebeutet, sei es in der Teppichweberei, in der Textilindustrie oder in steinverarbeitenden Betrieben. [ weiter…]

2020-06-10T16:20:12+02:0010.06.2020|

Fair produzierte Natursteine –
jetzt erstmals auch in Baumärkten

XertifiX und toom ziehen an einem Strang

Als erste Baumarktkette in Deutschland hat toom Baumarkt Natursteine von XertifiX zertifizieren lassen. Wir freuen uns, dass damit Verbraucherinnen und Verbraucher deutschlandweit die Möglichkeit haben, nun auch in Baumärkten zertifizierte Natursteine einkaufen können. Wer die Garageneinfahrt, die Terrasse oder Gartenwege guten Gewissens mit Naturstein pflastern will, jetzt hat er/sie die Wahl!

Ein längerer Prozess ging der Zertifizierung voraus: ab 2014 wurde ein Kontrollsystems in China aufgebaut, Produktionsstätten wurden ausgewählt. 2016 konnte aus diesen Lieferketten der erste Lieferant mit dem XertifiX PLUS Siegel versehen werden. Das PLUS-Siegel wird erst dann vergeben, wenn die wichtigsten XertifiX Anforderungen und zwei Drittel aller XertifiX-Kriterien erfüllt werden.

Asiatische Produktionsstätten müssen kontrolliert werden, da dort Natursteine häufig unter katastrophalen Bedingungen abgebaut und verarbeitet werden, beispielsweise ohne Sicherheitsschuhe, ohne Schutz für Ohren oder Augen, und am schlimmsten: Es gibt keinen Schutz der Atemwege. Bei der Arbeit im Steinbruch und beim Verarbeiter entsteht ein feiner Staub von Siliziumdioxid. Die Gefahr an Silikose zu erkranken und zu sterben ist groß. „ArbeiterInnen, die diesem Staub permanent ausgesetzt sind, werden irgendwann diese Krankheit bekommen. Das ist mindestens fahrlässige Tötung“, so Ingrid Sehrbrock, Vorsitzende von XertifiX. […weiter]

Siehe auch: Pressemitteilung von toom Baumarkt

2020-06-04T12:19:25+02:0014.03.2017|

Arbeitnehmergruppe fordert menschenwürdige Beschäftigung weltweit

Chinareise Sept. 2014 - 065Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) müssen immer noch rund 168 Millionen Kinder im Alter zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten. Daran erinnert der heutige 12. Juni als „Welttag gegen Kinderarbeit“. Dazu erklärt der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Weiß:
„Für eine gerechte Gestaltung der Globalisierung müssen wir eine menschenwürdige Beschäftigung und eine faire Entlohnung weltweit sicherstellen. Schließlich sind Armut, eine geringe Entlohnung und fehlende Schul- und Berufsausbildung immer noch zentrale Ursachen für Kinderarbeit weltweit. Eine gerechte und faire Entlohnung der Beschäftigten in den Entwicklungsländern leistet hingegen einen entscheidenden Beitrag, um den Teufelskreis aus fehlender Schulbildung und Armut zu durchbrechen. …“

Siehe: Menschenwürdige Beschäftigung und faire Entlohnung weltweit sicherstellen

2019-07-03T15:52:21+02:0012.06.2015|

G7: Verantwortung in der Lieferkette übernehmen

G7 Elmau LogoDie G7 widmen im Abschlussdokument des Treffens einen eigenen Abschnitt dem Thema der Verbesserung von Arbeitsbedingungen in den Lieferketten. Es wird festgestellt: „Schlechte Arbeitsbedingungen mit unzureichendem Arbeitsschutz führen zu erheblichen sozialen und wirtschaftlichen Verlusten und sind mit Umweltschäden verbunden.“ Es wird gefordert, dass die Wirtschaft in einer globalisierten Welt die ihnen zukommende Verantwortung anerkennt und übernimmt. Herausragende Bedeutung kommt auch Gütesiegeln bzw. Portalen zu, die über die Vertrauenswürdigkeit dieser Siegel informieren.

Siehe: „An morgen denken. Gemeinsam handeln.“ Abschlusserklärung G7-Gipfel, 7.-8. Juni 2015

2019-07-03T15:52:40+02:0008.06.2015|

Katastrophale Arbeitsbedingungen in Südindiens Steinbrüchen

Neue Studie von Stop Child Labour und India Comitee of the Netherlands

IMG_6761_Männer am Bohrer_CUTDie Studie über die Arbeit in Südindiens Steinbrüchen (Staaten: Tamil Nadu und Karnataka) hat ein weiteres Mal bestätigt, dass die Arbeitsbedingungen auch dort leider noch immer katastrophal sind. Kaum eine Rede davon, dass in Südindien die Arbeit so maschinisiert ist, dass kaum mit Verstößen gegen Arbeitsrechte zu rechnen ist. Im Gegenteil: In Karnataka wurden 10 Prozent Kinderarbeit in den Steinbrüchen festgestellt.

In Tamil Nadu hat sich die Situation laut Studie nur deshalb verbessert, weil dort der Staat derzeit den Kampf gegen illegales Abbauen als politisches Thema entdeckt hat. Dies wirkt sich indirekt auch positiv auf einen Rückgang der Kinderarbeit aus. Dennoch wurde auch in Tamil Nadu ein hoher Anteil an „bonded labour“ festgestellt.

Für beide Staaten gilt, dass persönliche Schutzausrüstung nicht benutzt wird, obwohl die Arbeit durch Feinstaub, Lärm, Bewegen schwerster Lasten und Explosionen extrem gesundheitsgefährdend ist. Auch bei medizinischer Versorgung und Erster Hilfe mangelt es erheblich.

Siehe: Rock Bottom. Modern Slavery and Child Labour in South Indian Granite Quarries
Siehe: Zusammenfassung ICN ‚Rock Bottom‘
Veröffentlicht: Mai 2015

2019-07-03T15:53:53+02:0018.05.2015|

ILO: „Music against Child Labour“ Initiative

ILO LogoDie Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat 2013 eine Initiative gegen Kinderarbeit ins Leben gerufen: Sie ruft Musiker (Orchester, Chöre oder Musiker aller Art) auf, ein Konzert dem Kampf gegen Kinderarbeit zu widmen. Dazu heißt es:

„Music is a universal language. The Initiative is inspired by the power of music to communicate to wide audiences. Experience shows that involving socially excluded children in structured musical activity and education can help protect them from child labour. Good music and arts education helps makes schools more attractive and child friendly.“

Jede/r ist dazu aufgerufen, sich an der Initiative zu beteiligen, indem man z.B.

  • sich über Kinderarbeit in der Welt informiert
  • ein Lied über Kinderarbeit spielt oder komponiert
  • einen Link der Initiative auf die Webseite platziert
  • Presseberichte, Fotos oder Videos eines Konzertes zugunsten der Initiative an die ILO in Genf sendet

Siehe: „Music against Child Labour“ Initiative

2019-07-03T15:54:13+02:0004.05.2015|

Zum NRW-Runderlass

NRW-WappenSeit 2005 setzt sich der Verein XertifiX gegen Kinderarbeit in asiatischen Steinbrüchen ein. Die Situation hat sich – in nicht unerheblichem Maß durch die Arbeit von XertifiX e.V. – sehr stark verändert. In den von uns zertifizierten Exportsteinbrüchen sind in den letzten Jahren bei unabhängigen, unangekündigten Kontrollen keine Kinder mehr angetroffen worden. Es ist davon auszugehen, dass sich auch die Situation in den nicht von XertifiX kontrollierten Steinbrüchen verbessert hat. Allerdings haben wir hierfür keine Beweise. Mit Fug und Recht kann behauptet werden, dass Kinderarbeit zurückgedrängt wurde, weil dem Natursteinhandel unangekündigte Kontrollen von unabhängiger Seite angedroht wurden, und im Falle von Kinderarbeit der Handel gestoppt werden sollte. Dies ist ein großer Erfolg, über den wir uns sehr freuen. weiter…

Siehe auch: NRW-Runderlass

2019-07-03T15:54:19+02:0017.04.2015|

Oslo: Yousafzai und Satyarthi erhalten Friedensnobelpreis

Kailash Satyarthi und Benjamin PütterMalala Yousafzai und Kailash Satyarthi werden heute in Oslo für ihr Engagement gegen Kinderarbeit bzw. für Kinderrechte ausgezeichnet. Benjamin Pütter, 2. XertifiX-Vorsitzender, hat jahrelang mit Satyarthi zusammengearbeitet. Gemeinsam haben sie 1998 den „Global March Against Child Labour“ durchgeführt, was zur ILO-Konvention 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit geführt hat. Umso skandalöser ist es, so Pütter anlässlich der Preisverleihung, dass Indien bis heute diese Konvention nicht ratifiziert hat.

Pütter wird auf Einladung des Nobelpreis-Komitees an der Preisverleihung in Oslo teilnehmen.

Siehe auch: Stern

2019-07-03T15:54:21+02:0010.12.2014|

„Ruhe in Frieden“ – Keine Grabsteine aus Kinderarbeit

Jugend Eine Welt fordert zum Kauf von Grab- und Natursteinen aus fairer Produktion auf

15 Junge Bohrer 4Wien (OTS) – Tausende ÖsterreicherInnen besuchen zu Allerheiligen und Allerseelen einen Friedhof. Doch nur wenigen ist bewusst, dass viele importierte Grabsteine unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt werden bzw. aus Kinderarbeit stammen. Das gilt insbesondere für Granit-und andere Natursteine, die aus Indien importiert werden, wo geschätzte 15 Prozent der ArbeiterInnen in der Natursteinbranche Kinder sind, die unter lebensgefährlichen Bedingungen in Steinbrüchen schuften. Doch auch Steine aus China als dem weltweit größten Importeur von indischem Rohgranit sind verdächtig.

Die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt ruft dazu auf, beim Kauf von Grab- und Natursteinen genau nachzufragen, ob diese nachweislich ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden und im Zweifelsfall Steinen aus Europa bzw. Österreich den Vorzug zu geben, auch wenn diese etwas teurer sind. [weiter]

2019-07-03T15:54:25+02:0031.10.2014|

Galileo: Weg des Pflastersteins

Pro 7 berichtet über die Arbeit von XertifiX
Pro SiebenIn der Sendung Galileo vom 28.10.2014 berichtet das Magazin in einem Beitrag über die Arbeit von XertifiX in Nordindien. Die Sendung kann in der Pro 7 Mediathek nachgesehen werden.

Siehe: Weg des Pflastersteins

2019-07-03T15:54:43+02:0028.10.2014|